Sie erreichen uns unter 0152-51952194 oder info@frauennetzwerk-schwalm-eder.de

Achtung! Diese Webseite verwendet Cookies.

Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden.

Einverstanden

Frauennetzwerk e.V.

Unterstützung von Frauen und Kindern in Not im Schwalm-Eder-Kreis

Das Frauennetzwerk e.V. wurde 1996 gegründet um die Arbeit des AWO Frauenhauses für den Schwalm-Eder-Kreis zu sichern und zu unterstützen. Es ist ein Bündnis von sozial engagierten Frauen, konfessionell und politisch unabhängig, und arbeitet ehrenamtlich.

Auf Einladung des Vereins Frauennetzwerk und des Frauenbüros des Schwalm- Eder- Kreises folgten ca. fünfzig Frauen und Männer einem informativen und fesselnden Vortrag

von Irmtraud Ruder, langjährige Vorsitzende des Dachverbands der Beginen Deutschland, im Kulturzentrum „Alte Sparkasse“ in Homberg. Unterhaltsam referierte Frau Ruder über die Geschichte der Beginen von deren Anfängen im frühen Mittelalter bis zu den neuzeitlichen Neugründungen von Beginenhöfen.

Der Beginn der Beginen- Bewegung wird auf das 11. Jahrhundert geschätzt, als sich Frauen im südlichen Frankreich und Italien außerhalb von Klöstern eigenständig zusammen fanden um unabhängig von Männern für ihre Umgebung aus christlicher Gesinnung heraus tätig zu werden, indem sie Krankenpflege leisteten und als Ärztinnen wirkten. Ihre Ideale waren, zu leben wie die ersten Jünger und Jüngerinnen, arm zu sein, wandernd wie Christus der Gemeinschaft zu dienen. Ihnen schlossen sich viele gut ausgebildete, allein stehende Frauen aus städtischem Patriziat an, die so eine Möglichkeit hatten unabhängig als ledige Frau zu leben.

Die Lebensform der Beginen wurde mit der Frauenbewegung in Deutschland wieder belebt. Der erste Beginenhof gründete sich in Bremen. Er hat 80 Wohneinheiten. Einer entstand gleichzeitig in Tännich bei Erfurt. Später entstanden einige in NRW, so in  Schwerte, in dem die Referentin Frau Ruder selbst lebt und den sie selbst initiierte.

Im Unterschied zu den mittelalterlichen Beginenhöfen wird heute nicht das christliche Ideal angestrebt. Soziales Miteinander und gegenseitige Unterstützung und die Bereitschaft zu ehrenamtlichen Engagement zum Wohle der Gemeinschaft ist das verbindende Element. Möglichst bezahlbarer Wohnraum, barrierefreie Ausstattung und das Zusammenleben verschiedener Altersgruppen in jeweils eigenständigem Wohnbereich mit der Möglichkeit und Bereitschaft zum Miteinander in Gemeinschaftsraum oder Außengelände sind die prägenden Elemente der im Dachverband der Beginen angeschlossenen Beginenhöfe und –Konvente. Die sich dem Beginenverband zugehörigen Frauen engagieren außerdem in ihren Städten und Gemeinden entsprechend ihren Stärken, Interessen und Möglichkeiten.

Frau Ruder stellte die Geschichte und Lebensform der Beginen als eine empfehlenswerte Wohnform insbesondere in Anbetracht demografischer Entwicklungen dar.  

Den Kontakt zu Frau Ruder hatte Doris Schäfer aus Schwalmstadt hergestellt. Sie ist Vorsitzende des Vereins 'Gemeinsam ins Alter e.V.' und seit langem engagiert beim Thema alternative Wohnprojekte.

Das Beispiel der Wohn- und Lebensform der Beginen regte zu Nachdenken über neue Wohnformen im Alter und Auseinandersetzung mit der Frage, ob bei fortschreitender Veränderung des ländlichen Raumes die Gründung von Beginenwohnformen eine Bereicherung darstellen kann.